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  Selbsthilfegruppe Schlaganfall Neuss-Nord
  Wallfahrt, 28.April
 




Wallfahrt zum Quirinusmünster in Neuss, am 28.04.09

 

Als Papst Leo IX. die Reliquien des hl. Quirinus seiner Schwester, der  Äbtissin Gepa vom Benediktinerkonvent in Neuss übergab und diese die selben am 30. April 1050 in unsere Stadt Neuss überführte, ahnten sicher beide nicht, dass 959 Jahre später die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Schlaganfall Neuss Nord sich im Rahmen der Wallfahrtswochen und auf Einladung von Kreisdechant und Oberpfarrer am Quirinusmünster Monsignore Guido Assmann  aufmachten um Kirche und Reliquienschrein aufzusuchen.

 

Laut Wetterbericht sollte es an diesem Nachmittag ja regnen, aber in Abwandlung eine Sprichwortes kann man sagen: Wenn Engel pilgern…..

Kurzum, es war natürlich trocken und angenehm warm als wir uns auf dem Münsterplatz in Neuss, aus verschiedenen Richtungen kommend, trafen und pünktlich um 18.00 Uhr im Gotteshaus von Msgr. Assmann begrüßt wurden. Dieser feierte mit uns zuerst einen Vespergottesdienst. Vorher übergab Friedrich im Namen der Selbsthilfegruppe eine von ihm gestiftete Altarkerze Msgr. Assmann nahm diese dankend entgegen, segnete sie und zündete sie auch gleich zum Gottesdienst an. Bei gemeinsamem Gebet und Gesang konnte man Zwiesprache mit dem Herrn halten und Dank sagen. Jedenfalls waren alle sehr ergriffen.

Daran anschließend machte Msgr. Assmann mit der Gruppe eine Führung durch dieses herrliche Gotteshaus, zu dem im Jahre 1209, also vor 800 Jahren der Grundstein gelegt wurde.

Baumeister Wolbero  schaffte mit dieser dreischiffigen Emporenbasilika insgesamt ein Bauwerk das den ganzen Formenreichtum der spätstaufischen Architektur zeigt.

Msgr. Assmann wies uns auf viele interessante Details hin, die auch alteingesessenen Neussern in der Gruppe nicht bekannt waren.

Dann führte er uns an den Schrein, der die Reliquien des hl. Quirinus enthält.

Der im Jahre 1900 geschaffene Schrein, für den viele Neusser Frauen ihren Schmuck gestiftet haben, ist bereits der dritte Aufbewahrungsort für die Quirinus- Reliquien. Der erste Schrein wurde 1586 zerstört und der zweite Schrein steht heute im Clemens- Sels-Museum.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diesen wunderschönen aktuellen Schrein selbst hier in der Kirch Sankt Quirinus anschauen, er ist ein wahres Meisterstück. Appetit kann man sich schon in unserer Bildergalerie holen, wo unter Wallfahrt 28.04. einige gelungene Fotos zu sehen sind.

Dieser Bericht wäre unvollständig, würde ich nicht noch einmal auf den hl. Quirinus eingehen.

Wer also war der hl. Quirinus?

Der hl. Quirinus ist als historische Gestalt nur schwer fassbar, da die Kirche allein 17 Heilige dieses Namens kennt. Der Tradition nach war Quirinus ein römischer Tribun unter Kaiser Hadrian (117-138n. Chr.) Seine Aufgabe bestand in der Bewachung gefangener Christen. Nach der durch ein Wunder geschehenen Heilung seiner Tochter Balbina ließ sich Quirinus taufen. Für seinen neuen Glauben wurde er um das Jahr130 ermordet und in der Preatextatuskatakombe an der Via Appia bestattet. Am 30. April 1050 sollen seine Reliquien von Rom nach Neuss gelangt sein, von wo sich die Verehrung rasch über den gesamten rheinisch- maasländischen Raum und darüber hinaus verbreitete. Quirinus, den man zu den vier heiligen Marschällen zählt, gilt als Schutzpatron gegen Pest, Gicht, Pferdekrankheiten, Viehseuchen und als Soldaten- und Ritter- heiliger. Dargestellt wird er im Harnisch mit Lanze und Schild, auf dem neun Kugeln oder Punkte abgebildet sind. Diese sollen an die Verwandtschaft zwischen dem lateinischen Wort für „neun“ (= „novem“) und dem lateinischen Namen  der Stadt Neuss (=“ novaesium“) erinnern.

 

Nun aber wieder zurück in die Gegenwart, auch wenn es schwer fällt, aber unser Tag ging noch weiter. Wie auch die vielen Pilger in den Jahrhunderten vor uns, so nahmen wir ein Pilgermahl zu uns. Dazu hatte Friedrich Plätze im „Vogthaus“ reserviert. Das war leicht zu erreichen, da gegenüberliegend. Wir verteilten uns an zwei Tischen und es bildete sich eine gemütliche Runde. Unter dem Eindruck des Erlebten ließen wir mehr oder weniger nachdenklich einen schönen Tag ausklingen.

Für die Einladung zu dieser Wallfahrt zum Quirinusmünster möchten wir an dieser Stelle Msgr.  Assmann nochmals herzlich danken.

 

Bleibt gesund

 

Euer Friedrich


 
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