Sibbis Meinung und Erlebnis - Teil 1 & 2
Teil 2:
Der (Schicksals)Schlag und ein neues lebenswertes Sein durch die Hilfen vieler Menschen
Bisher habe ich eine Geschichte begonnen, die ein eher düsteres Bild vom Schicksal des Schlaganfallerlebens gezeichnet hat.
Jetzt möchte ich diese Geschichte weiter erzählen. Die Fortsetzung nun berichtet von einer eher positiven Zeit, die hoffentlich vielen Patienten nach einem Schicksalsschlag Hoffnung machen wird, erzählt sie doch von Menschen, die plötzlich da sind, wenn man gar nicht damit rechnet, die helfen, obwohl sie nicht dazu aufgefordert wurden, die trösten, aufrichten und Mut machen, obwohl das Leben für sie selbst schwer genug ist. Sicher kann ich an dieser Stelle nicht alle Menschen nennen, denen ich für ihre Hilfe Dank schulde, aber einige haben es verdient genannt zu werden. An erster Stelle ist dies meine liebe Freundin Jutta, die immer da war und ohne deren tägliche Unterstützung ich die schwere Zeit nicht überstanden hätte. Ein mir bis dahin vollkommen unbekannter Mensch, nämlich der Markus aus Kempen hat mir in allen wirtschaftlichen Fragen wie Krankenversicherung, Rente, Schwerbehinderungsausweis und Wohnumfeldverbesserung völlig selbstlos geholfen, allein hätte ich das niemals leisten können, was aber von außerordentlicher Wichtigkeit für mich war, da die Sorge um meine wirtschaftliche Existenz mir die Luft zum atmen zu nehmen drohte. Die Ärzte, Schwestern und das Pflegepersonal während der Frühreha in Kempen müssen hier ebenfalls erwähnt werden, da sie außergewöhnliches geleistet haben und ihre Fürsorglichkeit mir noch in guter Erinnerung ist.Die Unterstützung durch meine Familienmitglieder und langjährigen Freunde sowie Arbeitskollegen könnte man fast schon als normal ansehen, gleichwohl ich auch das nicht für eine Selbstverständlichkeit ansehe und auch ihnen allen überaus dankbar bin.
Nach Frühreha und Anschlussheilbehandlung war ich dann plötzlich wieder zu Hause in Neuss, aber immer noch hilflos und zu keinen selbstständigen Aktionen in der Lage. Aber auch nun trat mit der Ergotherapeutin Anke Odenthal ein Mensch in mein Leben, der mir durch persönliche Zuwendung und aktive Hilfe die erste Selbstständigkeit zurückgab. Sie war es auch, die meine Idee von der Gründung einer Selbsthilfegruppe sofort unterstützte, indem sie spontan ihre Praxisräume für die Gruppentreffs zur Verfügung stellte. Dort treffen wir uns noch heute. Sie sehen, ich habe allen Grund unserem Schöpfer dankbar zu sein, dass er mir immer wieder Menschen geschickt hat, die mir geholfen haben und mich davor bewahrten ein völliger Pflegefall zu werden. Ich bin sicher, er vergisst keinen Menschen, wie schwer auch immer die Prüfung sein mag, die er uns auferlegt. Aus dem Glaube daran sollte jeder die Kraft schöpfen, eine neue Situation anzunehmen, sich wieder dem Leben zuzuwenden und Hoffnung zu schöpfen, dass jede negative Lebensphase eigenständig und mit der Hilfe anderer Menschen überwunden werden kann. Meine Bitte an alle, findet euch nicht mit Einsamkeit und sozialer Isolation ab, wendet euch wieder aktiv dem Leben und den Menschen zu. Zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe, in der man Menschen trifft, die ein ähnliches Schicksal wie man selbst erlitten haben.
Gerne lade ich dazu in unsere Selbsthilfegruppe- Schlaganfall Neuss- Nord für Betroffene und Angehörige ein. Wir treffen uns an jedem ersten Donnerstag im Monat um 20. 00 Uhr in der Praxis für Ergotherapie Anke Odenthal Kaarster Str. 33 in 41462 Neuss auf der Furth. Tel. 02131 4019757 Natürlich können sie mich auch persönlich kontakten: Friedrich Siebeck Tel. 02131 1784760
Bis bald und bitte, bleiben sie gesund.
Gez. Friedrich Siebeck